Die Schelfstadt (ursprünglich: Schelfe) ist ein Stadtteil Schwerins, der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns.
Eine sogenannte Schelfe nördlich der Schweriner Altstadt ist bereits seit dem 11. Jahrhundert belegt. Erste Bewohner waren Fischer wendischer Herkunft, die aus der Altstadt vertrieben worden waren. Es wird angenommen, dass sich bereits vor der Gründung Schwerins im Jahr 1160 deutsche Kaufleute hier angesiedelt haben. Das Schweriner Domkapitel erwarb vor 1228 einen Teil des Schelfgebietes von Graf Heinrich I., der vor seinem Tod eine dem Heiligen Nikolaus gewidmete Kapelle, ein Vorgängerbau der heutigen Schelfkirche, stiftete. Als 1648 das Bistum Schwerin aufgelöst wurde, ging die Schelfe in den Besitz des Herzogs von Mecklenburg über. Lange Zeit gab es Streitigkeiten zwischen Schelfe, Altstadt und den Herzögen aufgrund der nebeneinander existierenden verschiedenen Hoheitsgebiete und Gerichtsbarkeiten.
Die Schweriner Altstadt ist ein Stadtteil und der historische Kern der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin
Bereits aus dem Jahr 965 existieren Aufzeichnungen von einer Burg in einem Süßwassersee, welche von Historikern Schwerin zugerechnet wird. Angesichts der übermächtigen herannahenden Truppen Heinrichs des Löwen lässt der Obotritenfürst Niklot 1160 die Burg niederbrennen. Nach dem Sieg Heinrichs über Niklot, erfolgt die Gründung der Stadt Schwerin und der Wiederaufbau der Burg. Um 1171 wird der erste Dom gestiftet. Die Stadt war vorerst durch einen hölzernen Wall gesichert. Der seit 1284 durch Aufstauung des Aubachs entstandene Mühlenteich (später: Pfaffenteich) reichte einst noch bis südlich des heutigen Marienplatzes. Die Stadt war über den dort befindlichen Damm der Grafenmühle zugänglich. Die hölzerne Stadtbefestigung wurde erst ab dem 14. Jahrhundert durch eine Mauer ersetzt, welche die sich parallel zur Altstadt entwickelnde Schelfe nördlich Schwerins nicht mit einfasste. Später entstand ein neuer Zugang durch das Schmiedetor und die Schmiedestraße. Die Stadtbefestigung wurde bis ins endende 18. Jahrhundert unter Nutzung der Wasservorkommen weiter ausgebaut und mit erfolgender Ausdehnung der Wohnbebauung nach und nach wieder eingerissen. Reste der Stadtmauer sind bis heute in der Burgstraße erhalten.
Der Große Dreesch ist ein Stadtteil der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.
Der Große Dreesch befindet sich südwestlich des Schweriner Sees und wird von den Bundesstraßen Bundesstraßen 106 und 321 berührt. Das Plattenbaugebiet Großer Dreesch war mit etwa 62.000 Einwohnern im Jahr 1989 der größte Stadtteil Schwerins. Nach der Wende unterteilte man den Großen Dreesch entsprechend seinen drei Bauabschnitten in die Ortsteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz.
Der Große Dreesch wurde vor der Wende als das am schönsten gelegene Neubaugebiet der DDR bezeichnet. Von der Anhöhe, auf der sich der Stadtteil befindet, hat man einen guten Blick über den Schweriner See und die Altstadt. Der für viele Schweriner beliebte Zippendorfer Strand mit zahlreichen Cafés und Hotels sowie der Zoologische Garten Schwerin befinden sich in unmittelbarer N
Wichtige Standortfaktoren für die Wahl des Baugebiets waren das zeitgleich entstehende Industriegebiet in Schwerin-Süd, so ersparte man sich die Errichtung oder den Ausbau langer Verbindungswege, und der hohe Ödlandanteil mit geringer Bodenwertzahl. Vorab wurde auch eine Erweiterung der schon bestehenden Plattenbaugebiete in der Weststadt oder Lankow in Erwägung gezogen. Die Fläche des ersten Bauabschnitts gehörte bereits seit 1928 zum Stadtgebiet Schwerins. Die Grundsteinlegung für die zu errichtenden 4829 Wohneinheiten für zirka 14.000 Einwohner erfolgte am 11. November 1971. Die ersten Mieter konnten bereits im Februar 1972 ihre Wohnungen beziehen. Die zu erwartenden Verkehrsströme erforderten eine räumliche Trennung von Straßenbahn- und Straßenverkehr.
Neu Zippendorf ist ein Stadtteil der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.
Neu Zippendorf ging nach der Wende aus dem Großen Dreesch hervor, als dieser entsprechend seinen drei Bauabschnitten in die Ortsteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz aufgeteilt wurde.
Bereits vor Beginn der Bautätigkeit errichtete man bis 1964 auf dem Gebiet des künftigen Stadtteils den Schweriner Fernsehturm mit Turmcafé und den benachbarten Sendemast. Baubeginn für den zweiten Bauabschnitt des Großen Dreesches war am 5. Februar 1976. Für etwa 16.000 Einwohner sollten insgesamt 5400 Wohneinheiten in Plattenbauweise entstehen, welche vor allem für Arbeiter des Industriegebiets Schwerin-Süd benötigt wurden. Neben den üblichen infrastrukturellen Einrichtungen entstand 1979 die Bezirkparteischule, die im Volksmund den Namen Apachenhügel trug. Eine seit 1979 einsetzende massive Sparpolitik verhinderte geplante Gesellschaftsbauten, wie zum Beispiel den Bau einer Schwimmhalle oder eines Touristenhotels, stattdessen erfolgte eine Lückenbebauung mit den zu DDR-Zeit üblichen Fünfgeschossern. Lediglich eine verkehrsfreie Zone vom Naherholungsgebiet am Schweriner See in Zippendorf bis in die Nähe des Fernsehturms sowie Einkaufs- und Dienstleistungseinrichtungen am Berliner Platz, der am 1. Mai 1987 eingeweiht wurde, bot man den Einwohnern.
Mueßer Holz ist ein Stadtteil der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.
Der Stadtteil ging nach der Wende aus dem Großen Dreesch hervor, als dieser entsprechend seinen drei Bauabschnitten in die Ortsteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz aufgeteilt wurde.
Startschuss für den dritten Bauabschnitt des Großen Dreesches war der 21. Mai 1978. Auf 107 Hektar Fläche wurden 9623 Wohneinheiten für etwa 29.000 Einwohner errichtet. Die seit 1979 einsetzende Sparpolitik erforderte einige Abweichungen von ursprünglichen Planungen. Statt einer Sporthalle wurde ein multifunktionelles Kultur- und Freizeitzentrum errichtet, ein Anbau, in den ein Jugendklub ziehen sollte, wurde zur gastronomischen Einrichtung, anstelle einer Tankstelle und eines Parkplatzes wurden die zu DDR-Zeiten üblichen Fünfgeschosser hochgezogen. Auch Terrassengärten für Mieter, Schulgärten und ein Stadtteilzentrum mit Geschäftsstraßen entstanden nicht. Geplante 17-stöckige Hochhäuser, die von etwa einem Viertel der Bevölkerung bewohnt werden sollten, erhielten nur elf Etagen, da Stahl für Bewehrungen fehlte. Weitere vorgesehene Hochhausbauten wurden verworfen. Da somit Wohnungen fehlten, griff man auf eine Reservefläche zurück, auf der Fünfgeschosser errichtet wurden. Da Wohnungen immer knapp waren, errichtete man zuletzt wiederum fünfgeschossige Plattenbauten mit 900 Wohneinheiten bis über die Stadtgrenze hinaus auf dem
Lankow ist ein Stadtteil der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin zwischen dem Lankower- und Medeweger See.
Lankow liegt im Nordwesten Schwerins. Bis zum Anfang der 1960er Jahre bestand dieser Ortsteil nur aus einzelnen Bauerngehöften. Danach begann hier der großflächige Wohnungsbau vor allem in Plattenbauweise und die Ansiedlung verschiedener Industriebetriebe (Betonplattenwerk, Verpackungsmittelwerk, Baustoffversorgung u. a.).
Lankow ist umgeben von viel Natur. Mehrere Seen sowie der nahe gelegene Friedrichsthaler Wald bieten den Bewohnern Erholungsmöglichkeiten.
Am 22. April 1237 beurkundete Gunzelin, Graf von Schwerin, dass Heinrich von Schwerin und sein Bruder zwei Hufen zu Lankow gegen Acker auf dem Schweriner Stadtfelde an das Domkapitel zu Schwerin vertauscht haben. Dies ist auch die älteste urkundliche Erwähnung des Dorfes „Lanckow“ (Namensdeutung: sumpfiger Ort).
Im Laufe der Jahre 1300 erwarb das Domkapitel das ganze Dorf. Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1626/27 auch die in der unmittelbaren Umgebung der Stadt Schwerin gelegenen Dörfer schwer geschädigt. So wurde u.a. durch die dänische Einquartierung den Lankower Bauern das gesamte Vieh fortgetrieben. Im Zusammenhang mit den Veränderungen des territorialen Besitzes als ein Ergebnis des Krieges wurde Lankow 1648 Domanialdorf (Besitzungen des Landesherren). 1669 bestanden sechs Landwirtschaftliche Betriebe. Der Ort besaß zu diesem Zeitpunkt 44 Einwohner, darunter 34 weibliche. 28 Personen waren im Alter bis 20 Jahre, 12 zwischen 21 und 40 und 4 waren älter als 41. Erstmalig 1757 wurde eine Ziegelei sowie ein Krug im Ort erwähnt. An der Straße nach Friedrichsthal werden 1798 die ersten Lärchen gepflanzt. Im Dorfe bestanden 1801 sechs Bauern- und zehn Büdnerstellen sowie eine Schule und ein Krug. Im August 1813 wurde Schwerin und das Dorf Lankow durch die Truppen der Französischen Hauptmacht Davousts, durch die Brigade L-Allemann und die Division Loisen besetzt. Der Großherzogliche Staatskalender 1845 weist für Lankow sieben Erbpächter, vierzehn Büdner, darunter ein Schmied, zwei Ziegeleien, eine Schule, einen Krug und einen Schulzen aus.
Krebsförden ist ein Stadtteil der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.
Angesichts der Wohnungsnot in Schwerin erbauten sich 1926/27 24 in Schwerin Beschäftigte und nach Wohnen in ländlicher Umgebung strebende Arbeiter und Handwerker in Krebsförden Häuslereien, was bei den alteingesessenen Bauern auf wenig Gegenliebe stieß. Man befürchtete, dass die Neusiedler der Armenkasse der Gemeinde zur Last fallen würden und zudem den Verfall von Anstand und Sitte.
Zusammen mit anderen Gemeinden wurde das zu der Zeit noch landwirtschaftlich geprägte Krebsförden am 1. Oktober 1936 nach Schwerin eingemeindet. An den Verhandlungen dazu waren die betroffenen Orte nicht beteiligt.
Mit steigender Einwohnerzahl Schwerins reichte die Fläche auf dem Alten Friedhof der Stadt bald nicht mehr aus, so dass 1970 nahe des ehemaligen Dorfes Krebsförden der Hauptfriedhof (heute: Waldfriedhof) eröffnet wurde, welcher bis 1989 von einst 19,6 auf dann 26 Hektar ausgedehnt wurde und mit einem 1994/95 neu errichteten Krematorium ausgestattet ist.
Friedrichsthal ist ein Ortsteil im Nordwesten der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin nördlich des Neumühler Sees. Im Norden grenzt das Gebiet an den Ortsteil Warnitz, im Osten an den Ortsteil Lankow. In Friedrichsthal befindet sich das gleichnamige barocke Jagdschloss, das gleichzeitig Wahrzeichen ist.
Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.
1722 wurde dem Wirt Joachim Meyer gestattet, an der Straße von Lankow in Richtung Gadebusch eine Gastwirtschaft namens „Hellkrug“ zu erbauen, die bis heute erhalten ist und immer noch gastronomisch genutzt wird. Der damalige Name geht vermutlich auf die Bezeichnung eines Teiches Hellborn in unmittelbarer Nachbarschaft zurück. Der Hellkrug und dessen Umgebung erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Zu den Gästen zählte der Regierungsrat von Brandenstein, der westlich des Kruges Land erwarb und dort 1790 ein Sommerhaus errichtete. Dieses Gebäude wurde 1797 von Großherzog Friedrich Franz I. erworben, der es angesichts der wildreichen Umgebung zu einem Jagdschloss umfunktionierte. Friedrich Franz I. war es auch, der Friedrichsthal am 5. Oktober 1798 seinen Namen gab. Die Schlossanlage wurde 1798 um zwei Seitenflügel und später um die beiden Kavaliershäuser, die gegenüber dem Schloss auf der anderen Straßenseite stehen, für Jägermeister und Meute sowie Ställe erweitert. 1805 wurde das Hauptgebäude um ein Stockwerk erhöht. Im Schloss hing eine aus Paris stammende bedruckte Tapete aus den Jahren 1814/15, auf der Jagdszenen abgebildet sind und die sich mit Unterbrechungen seit 1964 im Jagdschloss Friedrichsmoor befindet.
Neumühle ist ein Ortsteil im Westen der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin zwischen dem Neumühler See, dem Lankower See und dem Ostorfer See.
Erste Besiedlungsspuren stammen etwa aus dem Jahr 4000 v.u.Z. Es wird davon ausgegangen, dass sich auf einer Hochfläche in der Nähe des Ostorfer Sees das wendische Dorf Thurow befunden hat, welches seit 1407 in Aufzeichnungen nicht mehr auftauchte. Der heutige Name des Ortsteils geht auf eine Wassermühle zurück, die sich bereits vor 1357, dem Jahr ihrer urkundlichen Ersterwähnung als „Nyen Molen“, auf dem Gebiet befunden hat. 1757 gab es hier eine Walkmühle. Die Stadt Schwerin kaufte 1888 die Neue Mühle dem Dorf Wittenförden ab. Ab 1933 entstanden in Neumühle Eigenheime, zuerst jedoch ohne Stromanschluss und Kanalisation. In den 1970er Jahren und schließlich 1996 wurden abermals Baugebiete zur Verfügung gestellt.
Der Name der Straße Zum Treppenberg entstand durch von Weidevieh in einen Hang getretene Stufen. Dieser Hang trägt die Bezeichnung Finkenkamp, die auf eine einstige Vogelfanganlage für die herzogliche Küche zurück geht. Bereits seit 1559 wurde die Existenz von Kleingärten dokumentiert. Zum Leidwesen der Natur fanden zu DDR-Zeiten Motocrossrennen in Neumühle statt.
Warnitz ist ein Ortsteil im Nordwesten der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.
Im Süden grenzt das Gebiet an die Ortsteile Friedrichsthal und Lankow, im Osten an den Ortsteil Medewege und im Norden an die Gemeinden Brüsewitz, Pingelshagen und Klein Trebbow, die zum Landkreis Nordwestmecklenburg gehören.
Die erste urkundliche Erwähnung als „Wernitze“ stammt aus dem Jahr 1262, als der Knappe Erich von Lüneburg einen Teil des Dorfes an die Domherren zu Schwerin verkaufte. Zwar deutet der Ortsname auf einen slawischen Ursprung hin, unklar ist jedoch, ob das typische Straßendorf nicht erst während der deutschen Frühkolonisierung nach 1160 entstand. Der Ortsname wechselte in den Folgejahren des Öfteren, so ist beispielsweise in Urkunden von 1280 von „Wernesse“, 1299 von „Villa Wernitze“ und 1311 von „Wernizce“ die Rede. Im Jahr 1501 ging Warnitz, in dem es zu dieser Zeit 13 Bauernstellen gab, in herzoglichen Besitz über. Im Dreißigjährigem Krieg wurde der Ort vollständig verwüstet. 1669 gab es wieder vier bewohnte Bauernstellen mit 37 Einwohnern sowie eine Schule. Bis 1710 arbeiteten die Bauern für das Gut Herren Steinfeld (heute ein Ortsteil von Brüsewitz), bis 1820 für das Gut Klein Medewege. Zu einer Neuaufteilung der Bauernhufen kam es Mitte des 19. Jahrhunderts, es entstanden Büdnereien und Häuslereien. In Akten finden sich aus dem Jahr 1778 Belege für die Existenz eines Schulgebäudes. 1820 wurden ein Forstamt, 1860 und 1910 je eine Schmiede eingerichtet. Zu einem Zusammenschluss der Gemeinden Warnitz und Pingelshagen zu einem Gemeindeverband kam es 1874. 1897 erhielt das Dorf Bahnanschluss an die Strecke Schwerin-Rehna.
Mueß ist ein Stadtteil von Schwerin, der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, mit 990 Einwohnern[1] und einer Fläche von 327 Hektar.[2]
Bereits Georg Christian Friedrich Lisch ging davon aus, dass die Halbinsel Reppin von Slawen besiedelt war und sich hier ein slawischer Burgwall befand. Zwar ist diese Auffassung bis heute nicht gänzlich bewiesen, sie wird jedoch durch die Lage des Walls sowie durch archäologische Funde gedeckt. In der Nähe befinden sich auch ehemalige Tongruben und Abfälle einer Ziegelproduktion. Selbst der Name lässt sich aus dem slawischen Repin ableiten und bedeutet soviel wie Rübenland oder Rübendorf, was auf eine landwirtschaftliche Nutzung in dieser Zeit schließen lässt.
Die erste urkundliche Erwähnung des ursprünglichen Fischer- und Bauerndorfes Mueß stammt aus dem Jahr 1304. Das Dorf befand sich zu der Zeit im Besitz des Ritters von Hazekop. Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde es durch den mecklenburgischen Herzog erworben.[2] Nach dem Dreißigjährigem Krieg, in dem das Dorf zerstört wurde und wüst fiel, erfolgte eine Neubesiedlung.[3] 1775 wurde eigens für die Prinzessin Charlotta ein Wanderweg zwischen Zippendorf und Mueß angelegt, der für kurze Zeit durch einen Schlagbaum vor fremder Nutzung geschützt wurde.[4]
Am 1. Oktober 1936 wurde Mueß zusammen mit anderen Dörfern nach Schwerin eingemeidet.
Schwerin ist die Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Die kreisfreie Stadt ist nach Rostock zweitgrößte Stadt und eines der vier Oberzentren des Landes. Laut Hauptsatzung führt die Stadt die Bezeichnung „Landeshauptstadt“ vor dem Namen Schwerin.[1] Mit knapp unter 100.000 Einwohnern ist sie die kleinste Hauptstadt eines deutschen Bundeslandes.
Die Stadt dehnte sich im Laufe der Zeit am West- und Südufer des Schweriner Innensees aus, insgesamt befinden sich zwölf Seen innerhalb des Stadtgebietes. Bereits Mitte des 10. Jahrhunderts berichtete ein Handelsreisender von einer Burg in einem Süßwassersee, einem Vorgängerbau des heutigen Wahrzeichens, dem Schweriner Schloss, welches früher die Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge bis 1918 war und seit 1990 Sitz des Landtages ist.
Die Stadt ist um 1012/18 als Zuarina das erste Mal bei Thietmar von Merseburg erwähnt. Helmold von Bosau nennt es 1170 Zuerin, Zwerin. Die Pöhlder Annalen nennen den Ort 1160 Zuarin (-ensis) und die Stederburger im Jahr 1174 Zvarin. Seit dem 15. Jahrhundert wird der Ort Swerin und seit dem 16. Jahrhundert Schwerin genannt.
Der Name soll mit polabisch zvìà für wildes Tier oder zvìàin für Wildgehege, Tiergarten oder Pferdegestüt zusammenhängen. Spekulationen über eine Abstammung des Ortsnamens vom slawischen Gott Svarog (Swarzyn − Ort des Svarog) sind nicht belegbar. [2]
Abweichend wurde er aus dem altgermanischen swaran (= verteidigen, stammverwandt mit schwören) hergeleitet, das erst später von einwandernden Slawen im Sinne von zvìà umgedeutet worden sein könnte. [3]